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Gipskarton richtig spachteln

Gipskarton richtig spachteln

Decken und Wände aus Gipskarton, also in Trockenbau erstellt, finden wir inzwischen sowohl im Neubau wie auch in der Altbausanierung immer häufiger vor.

Zu den bekanntesten Herstellern dieser Baustoffe zählen z.B die Firmen:

  • Knauf
  • Rigips
  • Fermacell
  • Xella

Hilfreiche Tipps für das Spachteln von Gipskarton

An dieser Stelle will ich nicht weiter auf Vor- und Nachteile dieser Systeme oder die unterschiedlichen Konstruktionsmöglichkeiten an sich eingehen, sondern Euch ein paar hilfreiche Tipps für das notwendige Verspachteln der Platten geben.

  1. Vor Ausführung der Spachtelarbeiten sollten Estrich- und Verputzarbeiten abgeschlossen sein und ausreichend Trocknungszeit erhalten, da diese während der Trocknung Feuchtigkeit an die Umgebung abgeben und dies zu Formveränderungen in den Platten führt, was wiederum zu Rissen im Spachtelmaterial führen würde.
  2. Vor Beginn der Spachtelarbeiten die Platten prüfen
    1. Ebenheit prüfen, z.B. mit einer 2-3m langen Wasserwaage
    2. Fugen und Anschlüsse kontrolieren
    3. Oberflächen der Gipskartonplatten auf Schäden untersuchen (Staub, Schmutz, Beschädigungen, Verfärbungen usw.)
    4. Tragfähigkeit prüfen, soweit dies nach Einbau noch möglich ist. Sind alle Platten, ist die Konstruktion fest?
    5. Verschraubung der Platten überprüfen (ausreichend vertieft verschraubt und ausreichend Schrauben verwendet?
    6. Platte für den Einsatz geeignet, z.B. Bad
    7. Wurde die Unterkonstruktion schwingungsfrei montiert
  3. Für ausreichend gutes Licht bei den Arbeiten sorge tragen. Am besten die Lichtquelle während der Arbeiten so stellen, wie die Lichtsituation später im Raum auch sein wird.
  4. Das Spachtelmaterial (z.B. Knauf Uniflott, Knauf Trias, Ardex R1, Pufas R40, Dispersionsspachtelmasse usw.) entsprechend der  Ansprüche an die spätere Oberfläche und die Nutzung wählen (Putz, Tapete, Anstrich, Räume mit Feuchtigkeitseinwirkung, Räume mit Streiflicht usw.)
  5. Geschnittene oder gefaste Kanten bei gipshaltigen Platten vor dem Spachteln mit einem wässrigen Tiefgrund grundieren.
  6. Fugen im Trockenbau immer erst quer zur Fuge spachteln und dann in die Fugenrichtung abziehen.
  7. In die Fugen herstellerabhängig Bänder (Papierfugendeckstreifen, Glasvlies usw.) als Rissbrücken einlegen, einspachteln oder einkleben, und überspachteln. Fa. Knauf hat hier mit dem Fugendeckstreifen „Kurt“ ein hervorragendes Material, auch und insbesondere für Innenecken und ideal für den Einbau bei Platten mit Kanten vom Typ HRAK (halbrund-abgeflachte-Kanten). Der Einbau von Bewehrungsstreifen sollte auch auf Platten des Typs HRK oder sog. Mischkanten vorgenommen werden. Wichtig ist auf jeden Fall, das ausreichend Material unter den „Rissbändern“ vorgelegt wird, damit eine ausreichende Haftung der Bänder zum sauberen und staubfreien Untergrund gewährleistet wird.
  8. Der Einbau von Fugendeckstreifen an Innenecken (Gipskarton zu Gipskarton) und Aussenecken ist ebenfalls zu empfehlen.
  9. An Anschlussbereichen zu anderen Baustoffen (z.B. angrenzende Putzwand) eine Trennung vornehmen (z.B. durch Einabau von Trennstreifen, Kellenschnitt ziehen). Sinnvollerweise werden die Trennstreifen, aucht Trennfix genannt, beim Einbau der Unterkonstruktion bereits mit vorgesehen. So kann man diesen Streifen „starr“, also direkt anspachteln und nach dem Trocknen den Streifen mit einem Cuttermesser leicht abschneiden. Der besondere Vorteil ist eine minimale Fuge (< 1mm), welche auch nicht zusätzlich abgefugt werden muss. Die Trennung der Bauteile, z.B. Gipskartondecke zu Putzwand, ist optimal gewährleistet und es entstehen keine unkalkulierten Risse.
  10. Zwischen den einzelnen Spachtelgängen keine mehrtägigen Pausen einlegen, da viele Spachtelmassen mit fortgeschrittener Trockenzeit immer mehr aushärten und das abschließende Schleifen sehr schwierig werden kann.
  11. Je nach Anforderung an die spätere Oberfläche (Optik, weitere Arbeiten) mehrmals spachteln und abschließend schleifen.
    Für jede Art der nachfolgenden Beschichtungen gilt es die Qualität der Spachtelarbeiten vorab festzulegen:

    1. Bei anschließenden Verputzarbeiten genügt meist schon Q1 oder Q2, abhängig von der Korngröße des Materials
    2. Bei Tapezierarbeiten mit einer klassischen Raufaser genügt Q2 (ich empfehle dennoch Q3)
    3. Für Anstricharbeiten sollte es unserer Meinung nach immer mind. Q3 sein
    4. Für höchste Ansprüche an die Oberfläche muss Q4, also vollflächig gespachtelt werden. Unterstützend kann dabei ein sog. Spachtelvlies mit eingearbeitet werden.
  12. Keinesfalls zwischen den einzelnen Spachtelgängen schleifen, da sonst Schleifstaub auf der Oberfläche als Trennschicht verbleibt. Bei vorhandenen Spachtelkanten diese abstucken.
  13. Pulverförmige Spachtelmassen werden in der Regel in sauberes, kaltes Wasser eingestreut und nicht umgekehrt. Die vorgehensweise ist bei den Spachtelmassen unterschiedlich. So sollte man Knauf Uniflott z.B. mit der Hand einstreuen, so dass noch kleine Wasserinseln zu sehen sind und das Material im Anschluss etwas „sumpfen“ lassen, was bedeutet, das ihr die Masse nicht sofort umrühren sollt, sondern erst nach ca. 2-4 Minuten Wartezeit damit beginnt. Bei anderen Spachtelmassen empfehlen manche Hersteller das Rühren mit kleinen Rührgeräten (z.B. Knauf Trias mit Bohrmaschine und kleinem Wendel sofort langsam rühren, ohne das vorher beschriebene „sumpfen“). Aber Vorsicht! Zu lange und zu schnelles Rühren kann zur Verdünnung des Materials führen, um nur ein Beispiel zu nennen.
  14. Notwendigen Kantenschutz (z.B. die bekannten Aluprofile oder Kunststoffprofile) nicht nur klammern. Die Aussenecke besser vorab mit Spachtelmaterial vorlegen und dann das Profil in die Spachtelmasse eindrücken und unter Hilfe einer Wasserwaage im Winkel ansetzen.
  15. Abstand der Kantenschutz-Profile zu anschließenden Bauteilen einhalten, also nicht zu exakt anstoßen (ca. 5mm Abstand).
  16. Gelochten Kantenschutz zusätzlich mit Glasbewehrungsstreifen armieren.
  17. Für Aussen- und Innenecken mit einem Winkel von <>90° gibt es sog. flexible Kantenprofile, z.B. NoCoat Ultraflex
  18. Zum Schleifen kein zu grobes Schleifmittel (in Abhängigkeit vom verwendeten Spachtelmaterial) verwenden. Wir schleifen meist maschinell unter Einsatz eines geeigneten Absauggerätes mit z.B. der Planex von Festool oder der Giraffe von Flex.
  19. Vor den nachfolgenden Anstrichen alles gut abstauben (siehe auch Punkt 14) und die Flächen vollflächig mit Tiefgrund ELF grundieren (die Grundierung sollte dabei nicht glänzen, also nicht zu satt auftragen).
  20. Je nach Art der nachfolgenden Beschichtungsart, weiter vorbehandeln (z.B. mit Tapeten-Wechselgrund bei Tapezierarbeiten oder Kontaktgrund bei Silikatfarbenanstrichen).
  21. Auch bei nachfolgenden Fliesenarbeiten, solltet ihr die Fugen und sichtbaren Montageelemente zumindest ein mal auf Q1 spachteln (Schleifen ist hier nicht unbedingt notwendig).
  22. Sollten es nach den Farb-Anstrichen zu gelblichen Verfärbungen kommen, so haben die Platten vorher möglicherweise zu viel UV-Licht abbekommen (Lagerungsfehler) und müssen mit einem Isolieranstrich vorgestrichen werden (die Platten nicht zu lange dem Sonnenlicht auszusetzen, z.B.  langfristige Lagerung im Freien vermeiden)

So, das wars erst mal. Solltet ihr also eine professionelle Ausführung oder eine besonders hochwertige Oberfläche wünschen, dann meldet euch bei uns.
Wir haben das Wissen, die Maschinen und vor allem das geschulte Personal für eine perfekte Verarbeitung der unterschiedlichen Materialien und kennen
uns mit den verschiedenen Untergründen bestens aus.

Wir freuen uns auf eure Anfrage.

PS: Alle notwendigen Materialien und Werkzeuge haben wir natürlich in unserem Geschäft vorrätig – gute Beratung inclusive.